Atomare Strahlung in Europa

by Viet | 21. April 2011 19:35

Vor 25 Jahren ereignete sich eine Katastrophe in Tschernobyl, bei welcher ein Reaktor des Atomkraftwerkes Explodierte und Radioaktive Strahlung freisetzte. Aktuell kämpfen Helfer in Japan im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1, um einer Katastrophe ähnlich der von Tschernobyl zu entgehen.

Nach nun 25 Jahren kommen erstmals Zahlen zum Vorschein, welche den tatsächlichen Schaden von Tschernobyl beziffern. Diese Zahlen wurden auf dem IPPNW-Kongress („International Physicians for the Prevention of Nuclear War“) bekannt gegeben. Der Biologe Alexey Yablokov und sein Team haben andere Werte ermittelt als die Weltgesundheitsorganisation WHO, welche laut Alexey ihre Werte „beschönigt“. Alexeys Untersuchungen zeigen eine signifikante Zunahme von Atemwegserkrankungen, vorzeitigen Alterungen und Genveränderung vor allem bei Menschen aus den „ehemaligen“ betroffenen Gebieten Russland, Ukraine und Weißrussland. Laut WHO sollen rund 200.000 Liquidatoren (Aufräumhelfer in Tschernobyl) an der Bekämpfung der Katastrophe beteiligt gewesen sein. Alexey hat allerdings herausgefunden, dass es tatsächlich über 800.000 gewesen sein, von denen 90% aufgrund der überhöhten Strahlendosis erkrankten.

Hochrechnungen der WHO ergaben, dass es in ganz Europa 9.000 Todesfälle infolge der Katastrophe von Tschernobyl gebe, Wissenschaftler und Biologen gehen allerdings von 1,2 Millionen Todesfällen aus.

Grund für die geringen Zahlenwerte ist, dass die WHO nur die 3 direkt betroffenen Gebiete in deren Hochrechnungen beachtet. Dabei sind alleine 53% des radioaktiven Inventars in Westeuropa heruntergekommen, was bei der WHO keinerlei Beachtung fand.

Noch heute sind Teile Deutschlands radioaktiv belastet, so zum Beispiel der Bayrische Wald, in welchem nach wie vor Pilze, Wildschweine und Rehe radioaktive Belastung zeigen.

Entgegengesetzt der Meinung der Atom-Lobby, dass die Strahlung in der Umgebung der Atomkraftwerke ungefährlich sei, zeigt eine neue Studie von Hagen Scherb, Ralf Kusmierz und Kristina Voigt das Gegenteil. Laut dieser Studie wurden im Umkreis von Atomkraftwerken signifikant weniger Mädchen geboren, da scheinbar das Erbgut der Eltern durch die radioaktive Strahlung modifiziert wurde.

Eine Kinderkrebsstudie aus dem Jahr 2007 belegte ebenfalls, dass Kleinkinder, welche in einem Umkreis von 5 Kilometern um ein Atomkraftwerk herum wohnen, ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs oder Leukämie zu erkranken. Je weiter weg ein Kleinkind von Atomkraftwerken aufwächst, desto geringer ist das Krebsrisiko.

Inwieweit die aktuelle Katastrophe in Japan Folgen für die Bevölkerung hat, ist zur Zeit nicht in Zahlen auszudrücken. Jedoch wird die Katastrophe noch zu sehr unterschätzt.

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