Apples Preispolitik und der iPad Wahn

Apples Preispolitik und der iPad Wahn
April 25 16:00 2010 Print This Article

Alle schreiben über das iPad. Welche Funktionen es hat, wie trendy und cool es doch sei. Ich möchte mich nicht mit der Funktion und der Technik beschäftigen, sondern über die Preispolitik die Apple verfolgt. Wer dennoch lesen möchte was das iPad kann, der ist auf der Apple Seite gut aufgehoben.

Unter Preispolitik wird allgemein die Bestimmung des Entgelts und das Festlegen der Zahlungsbedingungen verstanden. „Während sich der Preis unmittelbar auf das Kaufverhalten von Konsumenten auswirkt, ist etwa bei Maßnahmen der Produkt-, Distributions-, und Kommunikationspolitik mit einer verzögerten und meist indirekten Reaktion der Käufer zu rechnen. Hinzu kommt, dass mit Ausnahme der Preispolitik alle anderen Marketingaktivitäten in der Regel positiv auf den Kaufakt einwirken und auf die Kommunikation von Nutzenaspekten ausgerichtet sind. Der Preis hingegen erscheint dem Käufer meist als negativer Aspekt von Produkten und Dienstleistungen.“
Aufgrund der Besonderheiten von Dienstleistungen wie der Immaterialität, wirkt der Preis stärker auf das Beurteilungskriterium des Konsumenten, als auf Produkten. Da der Nachfrager nicht wie bei Sachgütern bereits vor dem Kauf die Qualität der Leistung beurteilen kann, orientiert er sich vorwiegend am Preis.

Preispolitische Strategien

Preisstrategien im Marketing

Preispositionierung:

Der wichtigste Teil der Preispolitik ist die Preisfindung bzw. Preispositionierung, denn der Preis stellt für die Nachfrager einen leicht messbaren Beurteilungsmaßstab dar. Ein hoher Preis wird zugunsten einer Risikominderung in Kauf genommen, wobei ein niedriger Preis psychologisch für eine mindere Qualität steht.

Preiswettbewerb:

Der Preiswettbewerb beschreibt das Verhalten von Unternehmen gegenüber der Konkurrenz. Preisführer hat den höchsten Preis und gibt den Preis auch für die Konkurrenz teilweise mit vor. Gerechtfertigt werden die hohen Preise durch: Qualität, Service, Marke. Der Preisfolger richtet sich an den Preisführer. Die Preise werden dort nicht eigenständig festgelegt sondern sind Reaktionen auf die Preisänderung der Konkurrenz. Der Preiskämpfer hingegen will möglichst den geringsten Preis bieten, um Kunden zu binden und/oder neue zu gewinnen.

Preisabfolge:

Die Preisabfolge wird zwischen der Penetration und dem Skimming unterschieden. Bei der Penetration soll der Markteintritt/führung eines neuen Produktes unterstützt werden. Erst wenn ausreichend Kunden gewonnen wurden, wird der Preis angehoben. Der Niedrige Preis soll außerdem potentielle Konkurrenz vertreiben.
Bei Skimmingstrategie wird durch den hohen Einführungspreis hohe Gewinne abgeschöpft. Diese Preisstrategie wird vor allem bei technologischen Innovationen angewendet. Dabei wird ausgegangen, dass der Kunde bereit ist für neue Innovationen einen hohen Preis zu zahlen, so sollen die Entwicklungskosten refinanziert werden. Die Preise werden dann nur Schrittweise gesenkt, um neue Kunden zu erreichen oder Konkurrenzprodukte unattraktiv zu machen.

Preisdifferenzierung:
Hier werden die Preise an das jeweilige Segment angepasst. z.b. Studentenpreis, Mitarbeiterpreis, Gästepreis.

Die Preispolitische Strategie von Apple:

„Für die kommunikative Umsetzung der gewählten Preispolitik ist zunächst von Bedeutung, wie der Preis subjektiv wahrgenommen und bewertet wird.“ Die Wahrnehmung und die Bedeutung sollen über die Kommunikation durch den Preis beeinflusst werden.

Apple betreibt Preisstrategien wie aus dem Lehrbuch. Durch den hohen Preis wird dem Kunden einen Qualitätsvorsprung suggeriert. Neben dem Preis wird auch eine wertorientierte Botschaft vermittelt. Der Kunde verknüpft die Werbebotschaft mit dem modernen und zeitgerechten Lebensstil.

Die Skimmingstrategie / Abschöpfungsstrategie

Die Abschöpfungsstrategie ist durch einen hohen Einstiegspreis gekennzeichnet. „Durch den hohen Einstiegspreis werden zwar meist nur geringere Absatzmengen erzielt, aber gleichzeitig auch relativ hohe Deckungsbeiträge pro Stück realisiert.“

Bei der Einführung des iPhones wurde mit einem Preis von 599 Dollar gestartet.

preispolitik marketing, kontrahierungspolitik und Skimming Strategie

Langfristig ist die Skimming Strategie sehr gut sichtbar:

Preispolitik Marketing, Kontrahierungspolitik und Skimming Strategie

Über Amazon kann der iPad für 749 Euro erworben werden. Es könnte also gut 1 Jahr dauern, bis der nächste Preisrabatt folgen wird. Wer also nicht unbedingt jetzt schon im Trend einspringen will, der kann noch warten.

(Quelle: D.Michelis)

view more articles

About Article Author

write a comment

2 Comments

  1. Juli 09, 09:48 #1 vauthy

    Machen wir uns nichts vor, es sind Spielzeuge für grosse Jungs und Mädels ;-) Allerdings üben sie schon eine gewisse Faszination aus. Ich möchte mein IPhone nicht missen, das IPad kommt erst in´s Haus wenn´s billiger geworden ist und das 4G kommt bei der nächsten Vetragsverlängerung.

    Grüsse, Vauthy

  2. Juli 20, 02:55 #2 Peter Miller

    Ich hatte mir vom iPad etwas mehr versprochen. Etwas in der Richtung Tablet-PC auf dem man z.B. Photoshop installieren kann.

Only registered users can comment.